Erfolgreiche Bewerbung nach längerer Auszeit: Tipps für den Wiedereinstieg

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Krankheit, Elternzeit, Arbeitslosigkeit – Es gibt viele Gründe, warum Menschen für längere Zeit nicht in ihrem Beruf arbeiten können. Das betrifft aus unserer Erfahrung besonders oft Frauen- weil sie ihre Kinder erziehen oder ihre Eltern pflegen. Wenn man dann beruflich wieder einsteigen möchte, kann das sehr herausfordernd sein. Es ist nicht leicht, den Zugang zu den eigenen Kompetenzen wieder zufinden- auch wenn man über langjährige Berufs- und Lebenserfahrung verfügt. In diesem Beitrag erfahren Sie konkrete Tipps, wie Sie sich nach längerer Pause erfolgreich bewerben und Ihnen Ihr Wiedereinstieg gelingt.

Eine lange Pause als Hindernis?

Der berufliche Wiedereinstieg nach einer langen Pause kann für viele Bewerbende eine echte Herausforderung sein – schließlich gilt ein lückenloser Lebenslauf immer noch als „must have“. Doch in der Realität verläuft der eigene Lebens- und Berufsweg oft eben nicht geradlinig. Für eine temporäre Erwerbslosigkeit im Berufsleben gibt es vielfältige Gründe-  wie Familienplanung, Krankheit, Arbeitslosigkeit oder die Pflege von Angehörigen. Die Unterbrechung kann mitunter Jahre dauern. Je länger der letzte Job zurückliegt, desto schwerer wird ein Wiedereinstieg von den Bewerbenden empfunden. Viele Bewerbende fühlen sich in solchen Fällen als Bewerberinnen zweiter Klasse und empfinden ihre Lücke als Makel.

Tatsache ist, dass viele Unternehmen zunächst skeptisch sind, wenn sie große Lücken im Lebenslauf sehen. Sie befürchten beispielsweise, dass Bewerbende nicht mit aktuellen Entwicklung und Anforderungen des Berufslebens mithalten können. Dennoch ist eine erfolgreiche Bewerbung für den Wiedereinstieg möglich, vorausgesetzt man weiß, wie man es angeht. Sicher: Der Wiedereinstieg in den Beruf nach längerer Pause erfordert Geduld und Anstrengung, aber er ist absolut machbar. Er kann auch eine Chance sein, sich beruflich zu verändern oder weiterzuentwickeln. Hierfür ist es sinnvoll, über die eigenen Interessen und Kompetenzen zu reflektieren und diese aufzuschreiben.

Für die Bewerbungsphase ist es wichtig, nicht unnötig zu betonen, wie lange die Pause gedauert hat, sondern vielmehr zu zeigen, warum Sie eine Bereicherung für das Unternehmen sind und welche Kompetenzen Sie für die Stelle mitbringen bzw. was Sie von sich einbringen möchten. Wie Ihnen eine erfolgreiche Bewerbung zum Wiedereinstieg gelingt, erfahren Sie in den folgenden 4 Schritten.

Bewerbung zum Wiedereinstieg

1. Nutzen Sie die Auszeit zur Selbstreflexion und Zielsetzung

Eine längere berufliche Erwerbslosigkeit bietet Ihnen die Chance, sich selbst und Ihre beruflichen Ziele zu reflektieren. Nutzen Sie diese Zeit, um herauszufinden, welche Art von Arbeit zu Ihrem Leben passt und welche Fähigkeiten Sie mitbringen und Sie vielleicht auch entwickelt haben.

Möchten Sie wieder in Ihrem alten Beruf arbeiten oder sich beruflich umorientieren? Je nach Ihrem persönlichen Werdegang und der Branche Ihres alten Jobs könnte sich zum Beispiel auch ein Quereinstieg für Sie anbieten. Hier gibt es aufgrund des Fachkräftemangels viele Möglichkeiten, sich umzuorientieren.

Zunächst sollten Sie sich also einen Überblick verschaffen, welche beruflichen Möglichkeiten und Berufe es überhaupt gibt und welche Sie grundsätzlich ansprechen. Unser kostenloser Test zur Selbsteinschätzung hat schon vielen Frauen bei der Jobsuche geholfen: Hier können Sie den kostenlosen Selbsttest einfach mal ausprobieren (am Besten planen Sie dafür etwas Zeit ein, denn der Test ist recht umfangreich). Das Beste daran: Es macht sogar Spaß, etwas über sich herauszufinden und sich selbst besser kennenzulernen. Zusätzlich ist eine Fremdeinschätzung durch zwei Personen möglich. Es ist oft viel leichter, ein Feedback von anderen zu erhalten und auf dieser Basis die eigenen Kompetenzen benennen zu können.

Die Initiative zu ergreifen und sich weiterzubilden, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben, ist von entscheidender Bedeutung. Dies kann bedeuten, neue Fähigkeiten zu erlernen und digitale Kompetenzen zu stärken. Es kann auch sinnvoll sein, Ihre alten beruflichen Netzwerke zu reaktivieren und zu prüfen, ob sie zum Beispiel zu Ihrem früheren Arbeitgeber zurückkehren können. In einigen Fällen kann eine Umschulung oder die Aufnahme eines Minijobs mit niedrigeren Anforderungen den Weg ebnen und ein Anfang sein. Fakt ist: Viele Unternehmen suchen händeringend nach Fachkräften und der Markt ist derzeit für Arbeitnehmerinnen sehr vorteilhaft, weil es oft zu wenig Bewerbende für die offenen Stellen gibt.

Zugegeben: Dieser Schritt ist wohl der schwierigste, aber auch der wichtigste. Wenn Sie sich im Klaren darüber sind, was Sie wollen und können, sind Sie motivierter und die Bewerbung geht Ihnen leichter von der Hand. Gleichzeitig können Sie aufgrund Ihrer eigenen Überzeugung optimistischer und selbstbewusster auftreten. Unser Tipp: Überlegen Sie auch einen Plan B- damit erhöhen Sie Ihre Chancen. In einer Beratung oder einem Workshop zur Berufsorientierung können wir Sie bei diesen Themen unterstützen.

2. Aktualisieren Sie Ihren Lebenslauf

Sie wissen jetzt, welche beruflichen Tätigkeiten zu Ihnen passen können und auf welche Jobs Sie sich bewerben möchten? Damit ist ein wichtiger Schritt geschafft! Nun geht es darum, Ihren Lebenslauf auf den neuesten Stand zu bringen und ansprechend zu gestalten. Dazu haben wir einen eigenen Beitrag für Sie verfasst, der Ihnen auch konkret zeigt, wie Sie eine längere Auszeit in Ihrem Lebenslauf darstellen können.

3. Bewerbungsschreiben & Online-Präsenz

Ihr Anschreiben sollte Ihre Motivation und Eignung für die Stelle hervorheben und gehört neben dem Lebenslauf zu Ihren vollständigen Bewerbungsunterlagen. Sie sollten Ihre längere Auszeit hier ansprechen, aber nicht in den Vordergrund stellen. Denn im Anschreiben geht es vor allem um Ihre Motivation und Ihre Persönlichkeit. Die Grundregeln für ein Anschreiben sind: Ein klarer Bezug zur Stelle, nicht länger als eine DIN A4 Seite, Motivation und Stärken mit Beispielen aufzeigen und eine große Schnittmenge zur Stellenanzeige betonen. Achten Sie darauf, nicht einfach Ihren Lebenslauf zu wiederholen und schaffen Sie auch einen Bezug zum Unternehmen.

Vielleicht können Sie Online-Kurse oder andere Fortbildungen belegen und Zertifikate in Ihrem Wunschbereich erwerben – manche Weiterbildungen werden z. B. auch von der Arbeitsagentur finanziert. Waren Sie vielleicht in einem Verein aktiv oder haben sich sonst ehrenamtlich betätigt? Nehmen Sie ruhig auch Bezug zu “kleineren” Erfahrungen.

Stellen Sie auch sicher, dass Ihr Online-Profil-Auftritt auf beruflichen Plattformen wie LinkedIn professionell und aktuell ist. Es hängt natürlich ganz stark von Ihrer Branche ab, ob Sie diese Plattformen benötigen. Ein professionelles LinkedIn-Profil kann Ihnen aber dabei helfen, sichtbarer zu werden, sich zu vernetzen und neue berufliche Chancen zu entdecken.

4. Bereiten Sie sich auf Ihr Bewerbungsgespräche vor

Sie haben einige Bewerbungen abgeschickt und wurden zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Herzlichen Glückwunsch, damit ist der erste Schritt gemeistert! Zum Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden, bedeutet, dass Sie die Anforderungen grundsätzlich erfüllen und das Unternehmen Sie näher kennenlernen möchte. Bereiten Sie sich unbedingt auf Ihr Bewerbungsgespräch vor, indem Sie häufig gestellte Fragen üben und konkrete Beispiele aus Ihrer Vergangenheit präsentieren, um Ihre Fähigkeiten und Qualifikationen zu belegen. Gerade, wenn das letzte Bewerbungsgespräch eine Weile her ist, hilft es, wirklich einmal – beispielsweise mit einer Freundin – zu üben, um wieder reinzukommen.

Damit Ihr Bewerbungsgespräch ein voller Erfolg wird, haben wir einen eigenen Beitrag dazu für Sie verfasst: Vorbereitung für das Vorstellungsgespräch: So überzeugen Sie.

Fazit: Ein beruflicher Wiedereinstieg kann eine neue Chance für Sie sein

Oft kommt es gar nicht auf die Sache an, sondern wie wir selbst darüber denken und wie wir diese nach außen darstellen – das gilt auch für Ihre berufliche Auszeit. Viele Fähigkeiten kann man erlernen und Wissen kann man sich aneignen. Deshalb ist die Motivation für Unternehmen oft ein wichtiger Faktor bei Bewerber*innen. Versuchen Sie, sich nicht zu rechtfertigen, sondern Ihre Fähigkeiten und Ihre Motivation für das Unternehmen herauszustellen. In Ihnen schlummern wertvolle Kompetenzen, die Sie wiederentdecken und selbstbewusst präsentieren dürfen. Wir unterstützen Sie dabei! Nutzen Sie unsere kostenlosen Online-Werkzeuge, um sich selbst einzuschätzen oder nehmen Sie gerne auch unsere kostenlosen Workshops oder Einzelberatungen in Anspruch (nur für in Berlin lebende Frauen).

 

 

 

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